
Christa Scheidegger (Sozialbehörde, bisher)
Ich wohne im Oberdorfquartier in einem 100-jährigen Chalet, das wir selbst renoviert haben. Unser Chalet war dazumal eines von vielen in Horgen. Wie ich dem Horgner Jahrheft 2023 entnehme, wurden die Chalets damals als Elemente geliefert. So boten sie die Möglichkeit, viel selbst zu bauen, damit die Kosten niedrig blieben. Ein grosser Umschwung sollte die Selbstversorgung unterstützen.
Der ursprüngliche Grundgedanke, Häuser kostengünstig zu bauen, damit sie erschwinglich bleiben, stimmt mit meiner Einstellung als langjährige Gewerkschafterin und als SP-Mitglied überein.
Einst gab es im Oberdorf viele kleine Quartierläden. Nach und nach verschwanden sie. Alteingesessene verkauften ihre Häuser oder verstarben. Auch die Industrie wurde ausgelagert.
Nun ist das Oberdorfquartier in einem grossen Wandel. Häuser werden abgebrochen oder umgenutzt. Viele neue Wohnungen entstehen, alte Häuser werden renoviert und erhalten einen neuen Glanz. Dies wertet das Quartier auf und bringt einen frischen Wind. Das freut mich sehr, denn ich wohne gerne hier.
Die Tendenz zu sehr teurem Wohnraum ist auch im Oberdorf spürbar. Dies bereitet mir Sorgen. In einer neuen Überbauung sind mehrere Neuwohnungen zu Kostenmiete geplant. Dies ist für mich ein guter Ansatz in die richtige Richtung. Bleibt zu hoffen, dass diese Wohnungen auch wirklich erschwinglich sein werden.
Die Nachfrage nach günstigem Wohnraum in Horgen ist gross und bleibt weiterhin bestehen. In diesem Sinne wünsche ich mir die Weitsicht von 1925, Häuser und Wohnungen im Oberdorf und in ganz Horgen zu bauen, in denen Familien auch mit durchschnittlichem Einkommen wohnen können.
